Ein alter Mann mit großem Koffer setzt sich im Bahnhof auf eine Bank und kickt mit dem Fuß ein davor liegendes Stück Breze weg. Zwei Tauben trippeln darauf zu und picken abwechselnd an der Breze herum. Nach einiger Zeit kriegen sie sich in die Haare.

Es beginnt ein erbitterter Kampf, sie schlagen mit den Flügeln und hacken aufeinander ein. Die eine behält irgendwann die Oberhand, verbeißt sich von hinten im Nacken der anderen, die versucht, ihr auszukommen. So geraten sie schließlich ineinander verkeilt in den Weg von zwei patrouillierenden Polizisten, die uniform und in weißen Masken gekleidet selbst aussehen wie Vögel. Sie nehmen keine Notiz von den ringenden Tauben, der eine schlenzt sie mit einem lässigen Lupfer achtlos auf die Seite. Die Vögel lassen voneinander ab und fliegen weg.

Zurück bleiben der alte Mann, ein Haufen Federn und das Brezenstücklein, das von einer herbeifliegenden Taube entdeckt und angesteuert wird. Ihr folgt sogleich eine zweite, sie picken abwechselnd an der Breze herum. Nach einiger Zeit …

(Im Zug von Nürnberg nach Weimar, 16. Juli 2021)